Die Geschichte des Toilettenstuhls

Der Toilettenstuhl war im Prinzip ein Vorgänger der tragbaren Toilette. Der Stuhl hatte eine Form vergleichbar mit einem Schränkchen oder einer Box in Sitzhöhe mit einer Öffnung in der oberen Seite. In diese war ein Nachttopf eingelassen, meist aus Zinn oder Steingut, der Kot und Urin des Benutzers auffing. Geschlossen wurde der Nachttopf gewöhnlicherweise mit einem Klappdeckel.

Der Toilettenstuhl – ein kurzer historischer Abriss

Mache Toilettenstühle konnten, geschlossen natürlich, auch als Nachttisch dienen. „Stuhl“ bezeichnet hier sowohl die menschlichen Fäkalien als auch die Bauweise, die zum Sitzen konstruiert ist.

Der erste Beleg für die Anwendung von Toilettenstühlen ist ein Eintrag für „close stool“ im Oxford English Dictionary, der 1410 als früheste Nennung nennt. Toilettenstühle wurden bis zur Einführung der Innentoilettenspülung verwendet. Vorher war der Toilettenstuhl die einzige Möglichkeit, den Toilettengang innerhalb der eigenen vier Wände zu verrichten, da Toiletten sich ansonsten nur außerhalb der Wohnung, etwa als Gemeinschaftstoilette auf „halber Treppe“ im Treppenhaus oder gänzlich außerhalb des Hauses befanden.

Toilettenstühle einfach auf Toilette reinigen

Toilettenstühle können auf jeder Toilette ausgeleert werden.

Der Toilettenstuhl galt zwar als notwendig, aber unelegant. So wurde er beschönigend auch als „notwendiger Stuhl“ oder „Nachtstuhl“ bezeichnet. In England nannte man ihn auch „French courtesy“ (französische Höflichkeit), „comoda“ in Italien, „Komfort“, „Sattel“ oder „geheim“ in Frankreich. Im Französischen nannte man das Möbelstück an sich jedoch generell „Chaise percée“, was mit „durchstochener Stuhl“ übersetzbar ist.

In der Antike kam der Stuhl insbesondere nach einer Geburt zum Einsatz, um den Abgang der Plazenta zu vereinfachen. Im Mittelalter wurde es zunehmend verpönter, in der Öffentlichkeit sein Geschäft zu verrichten. Männer wie Frauen suchten Diskretion, und diese wurde durch den Toilettenstuhl möglich.

Der „Groom of the King’s Close Stool“ oder kurz der „Groom of the Stool“ – was sich grob mit „Diener des königlichen Toilettenstuhls“ übersetzen lässt – war der vertrauteste Diener des Königs. Er half bei Toilettengang und Waschung des Königs. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Position zu einer der wichtigsten und einflussreichsten am Hofe, da nun auch die königlichen Finanzen in seine Verantwortung fielen.

Toilettenstühle in der Modern

Heutzutage werden Toilettenstühle nur noch in der Pflege kranker oder alter Menschen eingesetzt. Insbesondere sind sie geeignet für Menschen mit Gehbehinderung. Vor allem nachts ist der Weg zur Toilette ohne Hilfe für sie meist nicht zu bewältigen. Da Toilettenstühle im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung stehen, müssen die Kosten durch die Pflegekasse übernommen werden.

Moderne Modelle des Stuhls bestehen in der Regel aus Metall und Kunststoff und können auch ohne Behälter direkt über der Toilette benutzt werden. Daneben gibt es auch Modelle, die sich unauffällig in das Wohnumfeld einfügen und nicht als Hilfsmittel zu erkennen sind.

In der Regel findet heutzutage der Toilettenstuhl  mit Rollen oder ein feststehender Toilettenstuhl seinen Einsatz in den vier Wänden. Die Rollen am Toilettenstuhl befähigen ihn dazu mobil eingesetzt zu werden. Der feststehende Toilettenstuhl wird gerne dort eingesetzt wo er dauerhaft Verwendung findet. Informieren Sie sich über die neuesten Toilettenstühle.

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